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Letzte Aktualisierung  02.08.2016

Workshop
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Workshop

„Eine andere Welt ist möglich“

-Version für Interne und Aktive -

 

 

Modul 1

Selbstverortung (1x)

Der Workshop sollte damit beginnen, dass sich die Teilnehmer noch einmal klar machen, warum und inwiefern sie eigentlich „gesellschaftskritisch“ sind. Was sind die persönlichen Motive gewesen? Was führt zu kritischem Bewusstsein und/oder sogar zu entsprechendem Handeln? Wieso ist es dann bei anderen nicht so, wo ist der Unterschied? Es ist ein politischer (nur politischer?) Selbsterfahrungsabend.

Arbeitshilfe: Jede(r) TeilnehmerIn bekommt ein Set von klassischen Grundbegriffen zur Gesellschaftskritik auf Kärtchen o. ä. Material, die er/sie für sich in eine Rangfolge der Wichtigkeit für seine/ihre Überzeugungen bringt (es könnten z. B. folgende Begriffe sein: Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Demokratie/Mitbestimmung, Eigentum, Selbstverwirklichung, Humanität u. a.)

 

Modul 2 (2x)

Gesellschaftskritische Positionen

Danach werden inhaltlich Positionen erarbeitet. Wie weit geht meine Kritik an der Gesellschaft, wie sieht es bei den anderen aus? Wenn ich mir hier ein klares Bild machen will, muss ich im Grunde schon wenigstens halbwegs wissen, wie denn eine „bessere Welt“ meiner Meinung nach aussehen müsste/könnte.

Arbeitshilfe: Der Dozenten-Text „Ganz und klar“ von Thomas Friedrichs, in Auszügen besprochen. Ein Fragebogen zu Pro und Contra der zentralen Aussagen des Textes hilft dabei, die gesellschaftskritischen Positionen der Teilnehmer miteinander zu vergleichen und ein entsprechendes Teilnehmer-Panorama zu erstellen. Es können aber auch andere kurze Texte genutzt werden, die fundamentale Gesellschaftskritik plakativ zusammenfassen.

 

Modul 3 (1x)

Zur Vertiefung werden je nach Interesse der Teilnehmer weitere längere Texte (in Auszügen) besprochen, die gegenwärtig Utopien jenseits des kapitalistischen Wirtschaftens entwerfen (z. B. „Parecon“ von Michael Albert oder „Die bedürfnisorientierte Versorgungsgesellschaft“ von Alfred Fresin)

Arbeitshilfe: kurze Überblicksreferate und –vorträge dazu)

 

Modul 4 (1x)

Wenn Konsens darüber besteht, ein anderes Gesellschafts- (Wirtschafts-, Demokratie-) modell zu wollen, dann stellt sich die Frage nach den Transformationsschritten, wie sie sich aus der Logik der Kritik ergeben müssten. An welchen Stellen setzt man sich für radikale Veränderungen ein? Gibt es auch hier einen Konsens oder verschiedene Vorstellungen?

Arbeitshilfe: ein improvisierter, als Gedankenanregung dienender „Transformationsfahrplan“ in Stichworten, erstellt von den Dozenten

 

Modul 5 (2x)

Ideologiearbeit und Argumentationstraining

Ähnlich wie bei den bekannten Übungen zum Umgang mit „Stammtischparolen“ von Neonazis üben wir uns im Argumentieren. Welche klassischen konservativen (bürgerlichen? (neo)liberalen?) (Schein)- Argumente und Ideologieversatzstücke gibt es und wie können wir ihnen begegnen? Diese Arbeit dient wieder dazu, den eigenen Standpunkt noch genauer zu klären, „unkritische“ Menschen in ihrem Alltagsbewusstsein (das ja eher Unbewusstheit ist: Ideologie, „Verblendung“? „Entfremdung“?) zu erfassen. Selbst werden einem die Bewusstseins-Mechanismen der Macht deutlicher.

Arbeitsweise: Gegenargumente, Denkweisen und Äußerungen der „Gegner“ sammeln (Prominente, aber auch im kleinen Umfeld)

 

Modul 6 (2x)

Wenn über die „neue Welt“ und auch über die Systematik von Transformationsschritten Konsens besteht, kann überlegt werden, wie ganz konkret an Veränderung gearbeitet werden könnte. Wie können wir das erste Transformationsziel („Meilenstein“ nennen das Projektarbeiter) erreichen? Welche Größenordnung sollen die konkreten Aktivitäten haben. Wir üben uns in der Dialektik, beim kleinen Schritt die Veränderung des Ganzen im Hinterkopf zu haben und umgekehrt.

 

Modul 7 (1x)

Workshopauswertung für Planung eines Workshops mit „Neuen“

Wir überlegen, wie der „interne“ Workshop auf uns gewirkt hat und was das für die Planung eines Workshops mit „gesellschaftskritischen Neuinteressenten“ heißt. Machen wir es genauso oder anders?...............................................

 

Workshop zum Thema:

Eine andere Welt ist möglich - Wie soll sie aussehen?

 Die Kritik am kapitalistischen Gesellschaftssystem, in dem wir leben, wird immer lauter. Eine Flut von Büchern beschäftigt sich in den letzten Jahren mit allem Möglichen, was in der Gesellschaft falsch läuft. Doch meist werden nur einzelne Probleme herausgegriffen, für die dann bestimmte einzelne "Lösungen" - wenn sie überhaupt angedacht werden - im letzten Kapitel folgen. Es bleibt meist bei Anklagen, was "die da oben" in Politik und Wirtschaft falsch machen.

In diesem Workshop soll versucht werden, einen anderen gesellschaftlichen Standort zu entwickeln als immer nur den des unzufriedenen Kritikers, der von unten das abwehren muss, was andere von oben bestimmen. Gesellschaft und Politik sind wir alle. Und das heißt dann auch: Jedem von uns steht es zu, nicht nur negativ auf Vorbestimmtes zu reagieren, sondern im Gegenteil aus eigener Ermächtigung heraus selbst zu bestimmen, wie es denn laufen soll: Wie soll eine mögliche andere bessere Welt aufgebaut sein? Von welchen Prinzipien und Werten soll sie geleitet sein? Warum entsteht sie nicht, wenn doch so Viele unzufrieden sind und nicht zu den Gewinnern der Gesellschaft gehören? Oder- wie Rio Reiser einst singend empfahl - "Das würd ich machen, wenn ich König von Deutschland wär!"

Doch unsere Überlegungen und Visionen setzen ein klares Erkennen und Analysieren der Verhältnisse, wie sie sind, voraus. Wer eine andere Welt will, muss sich erst mit den Gründen für die Probleme dieser Gesellschaft beschäftigen. Sie ist von Menschen gemacht: Welche Menschen sorgen also in erster Linie für ihr Bestehen?

Es wird ein Text zur Verfügung gestellt werden, der eigens zur Konzeption eines Workshops der beabsichtigten Art von einem der Referenten verfasst wurde. Angelehnt an die Grundeinsichten von Karl Marx wird dort ein ganzheitlicher und zusammenfassender Überblick über die Hauptprobleme der bestehenden kapitalistischen Gesellschaft gegeben. Im Anschluss folgt darin eine provisorische Antwort auf die Frage: Wie soll die neue Gesellschaft denn aussehen? Hier werden die Teilnehmer besonders dazu herausgefordert, in Auseinandersetzung mit der vorgelegten Vision im Text eigene Ideen für eine andere Welt zu entfalten. Es darf hier spekuliert, fantasiert, geträumt, gesponnen, gewünscht, erwartet und gehofft werden, das klare und analytische Denken sollte jedoch immer zur Überprüfung der eigenen Ideen ein entscheidendes Wort haben. Wichtig ist in diesem Prozess, einmal einen anderen ungewohnten Standpunkt einzunehmen, einmal über den Tellerrand des Systems zu blicken, in dem wir alle mehr oder weniger "gefangen" sind. Freies visionäre Denken sei müßig, überflüssig, reine Theorie, bringe nichts - mit diesem Tabu soll hier gebrochen werden. Die Referenten des Workshops gehen sogar von der gegenteiligen Annahme aus: Erst der Mensch, der sich im Bewusstsein von Bestehendem befreit und dann seine Vorstellung von Welt entfaltet, einfordert, kommuniziert und - als nächster Schritt dann - umzusetzen versucht, ist der wirklich politisch und sozial bewusste Mensch. Sprach-und Sozialwissenschaftler kennen performative Sprechakte, das sind Situationen, in denen durch die Verwendung von Sprache schon gehandelt wird und Tatsachen geschaffen werden. In diesem Sinn ist das Ausdrücken und Verbreiten von politischen Visionen sehr performativ,das Denken und Sprechen darüber ist immer schon politisches Tun.

Im Idealfall käme es im Workshop dazu, dass in einem dritten Schritt nach Analyse und Vision dann auch überlegt wird, wie aus den gemeinsamen Elementen der Visionen, in denen Konsens besteht, praktische Handlungsschritte folgen könnten. Die Frage lautet dann: Eine andere Welt ist im Bewusstsein schon geboren; wie setzen wir sie in die reale Welt? Wir landen hier nach dem Ausflug in die Vision wieder im Bestehenden. Diesen Dreischritt Analyse und Wissen (Ist-Zustand) - Ziel und Vision (Soll-Zustand) - gesellschaftspolitisches Handeln (Werde-Zustand) können wir Theorie der Praxis nennen.

Zusätzlich zum 30 Seiten umfassenden Grundlagentext werden im Lauf der Arbeit Arbeitsblätter und weitere Materialien zur weiteren Veranschaulichung verteilt.

(Der Text“Ganz und klar – Aufruf zur Freisetzung politisch-visionärer Kraft“ ist einsehbar in der gesellschaftskritischen online-Zeitung „scharf links“ unter der Rubrik „Theorie“) oder als PDF hier

 

Je nach Bedarf und Bereitschaft der TeilnehmerInnen können zwei weitere Bücher besprochen werden, die Modelle einer möglichen Welt jenseits des Kapitalismus entwickeln:

1) Michael Albert, Parecon - Ein Leben nach dem Kapitalismus

2) Alfred Fresin, Die bedürfnisorientierte Versorgungsgesellschaft

 

Außerdem soll mit Film-Dokus zum Thema gearbeitet werden.

 

Eingeladen sind alle erwachsenen Bürger, die sich für dieses Thema interessieren.

 

Der Workshop sollte einmal in der Woche stattfinden und jeweils zwei Stunden dauern (z.B. von 19.30h bis 21.30h).

Die Länge des Workshops hängt vom Interesse der TeilnehmerInnen ab.

Der Workshop findet in der Bürgerinitiative “ Rund um St. Josef “ statt und dort erfolgt auch die Anmeldung  >>>http://bi-krefeld.de/

Programm >>> hier

Fragebogen

 

Was fällt Ihnen zum Begriff Utopie ein?

Wenn Sie für gesellschaftliche Veränderungen (Utopie) sind,

a) wie sieht das utopische Ziel aus?

 

 b) was müsste Ihrer Meinung nach zuerst gemacht werden?

Wie sollte man utopische Ziele betreiben (wer und auf welche Weise)?

Teilnahme am Utopie-Workshop bei Attac Krefeld ab April 2016

 

ja                 Vielleicht, mal überlegen                 nein

 

 

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Telefon:

 

(auch nur zum Teil ausgefüllte Bögen würden uns freuen, wir melden uns bei Ihnen, wenn Sie Interesse am Workshop haben)

Ansprechpartner und Referent: Dr. Thomas Friedrichs, attac Krefeld

tfriedrichs@t-online.de

Fragebogen >>> hier

 

 

 

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