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Letzte Aktualisierung  02.08.2016

Archiv 2008
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Im Jahr, als die Krise kam

Rückblick und Ausblick auf die Aktivitäten
der Regionalgruppe Krefeld 2008


 „Die internationale Finanzmarktkrise hat eine radikale  Forderungsrhetorik ausgelöst, die noch vor kurzem als sozialistische Wahnvorstellung diffamiert worden wäre. Doch all die Regulierungen, die jetzt vorgeschlagen werden, richten  sich  viel zu wenig auf die Triebkräfte der außer Rand und Band geratenen Finanzmärkte. Wenn die eigentlichen Ursachen nicht abgestellt werden, ist die nächste Megakrise gewiss. …
Damit die Produktionswirtschaft die Vorherrschaft über die hoch riskanten Finanzmärkte zurückgewinnt, müssen die gesamtwirtschaftlich schädlichen Renditeansprüche zurückgedreht werden zu Gunsten der Beteiligung der Wertschöpfenden. Eine gerechte Umverteilung zu Gunsten der Arbeits- und Sozialeinkommen schafft ein Nachfragepotenzial, das der realen Binnenwirtschaft nützt.“

(Rudolf Hickel, Wirtschaftswissenschaftler und Publizist, FR vom 23.10.2008)

Nicht Ohne Kampf Ins Aus“ – NOKIA Bochum
Ob bei der großen Solidaritätskundgebung zum Erhalt der Standorts Bochum von Nokia am 22. Januar 2008 oder in der  Menschenkette um Nokia  am 10. Februar 2008 Attac Krefeld war präsent. Und außerdem richtete unsere Gruppe am 23. Januar 2008 eine Solidaritätsadresse an die Nokianer in Bochum. Die NOKIA- Unterschriftenaktion von attac Deutschland unterstützten wir ebenfalls. Wir kritisierten vor allem, wie der Konzern bei dieser Standortverlagerung unter Verletzung aller geltenden Regelungen mit seinen MitarbeiterInnen umgegangen ist.

AL(L) DI(E) Textilschnäppchen- Nur um den Preis von Hungerlöhnen!
Textilschnäppchen bei ALDI und anderen Discountern haben einen hohen Preis und den zahlen die ArbeitnehmerInnen in den Zulieferländern, wo ihnen grundlegende Menschenrechte, gesunde Arbeitsbedingungen und anständige Löhne vorenthalten werden. An dem Workshop für MultiplikatorInnen der Kampagne für Saubere Kleidung am 23. Februar 2008 in Krefeld nahmen für attac Ingeborg Krämer und Rainer Girndt teil.


Keine Privatisierung! Die Bahn in öffentlicher Hand“
Anlässlich der bundesweiten Aktion gegen den Börsengang der Bahn verteilte attac Krefeld am 29. Februar 2008 vor dem Hauptbahnhof Handzettel mit der Forderung „Keine Privatisierung! Die Bahn in öffentlicher Hand“.

Den Stromkonzernen den Stecker ziehen“- Eine neue Kampagne von attac Deutschland
In mehreren Regionalkonferenzen machte Attac auf diese neue Kampagne aufmerksam, informierte über Hintergründe und Anliegen der Kampagne und warb außerdem um lokale Unterstützung. Attac Krefeld war auf der ganztägigen Regionalkonferenz West im Düsseldorfer zakk am 11. März 2008 durch Ingeborg Krämer und Rainer Girndt vertreten. Ein kurzer Bericht über die Konferenz findet sich bei den Autorenbeiträgen unter www.splitter-und-balken.de (Rainer Girndt: „Den Stromkonzernen den Stecker ziehen!“)

Attac im Krefelder Bündnis für Toleranz und Demokratie
Auch im Jahre 2008 mussten wir uns in Krefeld wieder mit denen auseinandersetzen, die Menschenverachtung gegenüber Minderheiten, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und völkische Ideologie in der Tradition der Nationalsozialisten zu verbreiten versuchen.
Am 10. Januar 2008 beteiligte sich Attac an der Infoveranstaltung zu Neonaziaktivitäten in NRW und am Niederrhein. Rund 400 Krefelderinnen und Krefelder fanden sich ein, sodass von der Aula der Josefschule in die benachbarte Josefkirche gewechselt werden musste. Im Anschluss an die Veranstaltung zog ein Demonstrationszug zum Haus Nr. 147 in der Lindenstraße, das die NPD zu erwerben und zu ihrer Rheinlandzentrale auszubauen beabsichtigte.
Am 19. Juli 2008 gelang es den am Bündnis beteiligten Organisationen und Gruppen eine eindrucksvolle Gegendemonstration zur Neonazipräsenz auf dem Theaterplatz zu mobilisieren und damit den von der NPD geplanten Aktionstag kläglich scheitern zu lassen.
Beim spontanen Protest gegen die „Mahnwache“ der Neonazis am 9. August 2008 auf dem Neumarkt waren ebenfalls Attac- Mitglieder dabei.
Attac zählte auch zu den Unterstützern des Aufrufs, am Gedenkgang durch die Krefelder Innenstadt zum 65. Jahrestag der Bombennacht vom 21. auf 22. Juni 1943 teilzunehmen.
Mit einem viel beachteten Infostand warb das Bündnis auf dem Besonderen Weihnachtsmarkt am 6. Dezember 2008 für ein „Krefeld ohne Nazis“.
Im Bündnis für Toleranz und Demokratie wurde unsere Gruppe vor allem durch Ingeborg Krämer, aber auch durch Mary Lou Berg vertreten.

„Wut- Bahn- Bildung“ – Gesellschaftskritische Filmreihe
An der gesellschaftskritischen Filmreihe der Seminarreihe Linker Niederrhein beteiligte sich attac mit zwei Angeboten. Am 24. April wurde „China Blue“ in der Fabrik Heeder gezeigt. Dieser Dokumentarfilm thematisiert die inhumanen Arbeitsbedingungen in der aufstrebenden Wirtschaft Chinas, die aber nicht allein gewissenlosen Unternehmern und gleichgültigen Behörden in China angelastet werden können. Das eigentliche Problem liegt vielmehr bei den westlichen Auftraggebern, die mit ihren Knebelverträgen die produzierenden Unternehmen an der kurzen Leine führen.
Am 30. Oktober zeigte attac im Eine- Welt- Laden den episodischen Dokumentarfilm „Der große Ausverkauf“, der sich mit den Folgen der weltweiten Privatisierung befasst, wie sie von Organisationen wie der Weltbank oder dem Internationalen Währungsfonds forciert wird. Porträtiert werden Menschen aus verschiedenen Kontinenten, für die Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge kein abstrakter Begriff, sondern lebensbedrohliche Realität ist, mit der sie sich tagtäglich auseinandersetzen müssen.

EPAs - Chance oder nur Risiken?
Im Rahmen der Krefelder Afrika- Woche, die Light of Africa vom 21. – 31. August 2008 ausrichtete, bot die Attac- Gruppe Krefeld einen Diskussionsabend über die umstrittenen Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der Europäischen Union und Entwicklungsländern an. Zu der Veranstaltung am 26. August 2008 in der Fabrik Heeder wurde der Entwicklungssoziologe und Geschäftsführer der Koordination Südliches Afrika (KOSA) Dieter Simon (Bielefeld) als Referent eingeladen. KOSA arbeitet mit Attac und anderen Initiativen, Gruppen und Organisationen in der Kampagne stopepa zusammen, die sich gegen diese Handelsabkommen ungleicher Partner richtet. (Mehr zu dieser Veranstaltung unter Autorenbeiträge bei www.splitter-und-balken.de /Rainer Girndt: EPA- Plündern freie Märkte Afrika?)   

Fest ohne Grenzen am 30. August 2008
Bereits zum dritten Male beteiligte sich die Krefelder Attac- Gruppe mit einem eigenen Stand an dem Fest ohne Grenzen, das unter dem Motto „Gemeinsam gegen Rassismus“ stand. Diesmal war nicht zuletzt  wegen der sommerlichen Witterung die Resonanz noch stärker als in den beiden vorangegangenen Jahren. Dazu kam ein reichliches Angebot von Informations- und Verzehrständen, das zu längerem Verweilen einlud. In Talkrunden wurden Probleme der Migrantion und des Rechtsextremismus in unserer Stadt angesprochen. Wer genügend Geduld mitbrachte, konnte sich Filme gegen Rechts anschauen. Musik- und Kulturprogramme sorgten für Abwechslung. Von Attac Krefeld engagierten sich für dieses Fest ohne Grenzen in besonderem Maße neben Ingeborg Krämer noch Mary Lou Berg und Ute Rolf.
 
Europäische Sommeruniversität – Europäisierung von unten!
Zu den herausragenden Ereignissen für Attac Deutschland zählte im Jahre 2008 zweifellos die erste Europäische Sommeruniversität, die während der ersten Augustwoche in Saarbrücken 800 Attacies aus 28 Ländern zusammenbrachte. Das Experiment von Diskussion, Lernen, Kultur und geselliger Freizeit ist gelungen. In mehr als 200 Veranstaltungen wurde versucht, die Aktionen und Kampagnen international aufeinander abzustimmen. Zentrale Themen waren dabei: Soziales Europa, Demokratisierung der Wirtschaft, Demokratisierung Europas, Ökologisches Europa, Europa und die Welt. Insbesondere für Europa gilt, dass Attac mehr gewinnen wird, wenn gleiche Forderungen zur selben Zeit in möglichst vielen Ländern gestellt werden. „Wir arbeiten nicht mehr Land für Land, sondern wir bündeln unsere Interessen, um zusammen für eine andere Welt zu streiten.“ Die Erschütterungen der Finanzmärkte, die schon im Sommer zu spüren waren, zeigten, dass die Notwendigkeit, die internationalen Finanzmärkte zu entwaffnen und demokratischer Kontrolle zu unterstellen, offensichtlicher denn je ist. Mehrere länderübergreifende Attac- Projekte der Europäisierung von unten sind aus dieser Sommeruniversität heraus in Gang gesetzt worden. So u.a. „Aquattac“, ein gemeinsames Netzwerk gegen die Privatisierung von Wasser. Friedel Quint von der Krefelder Attac-Gruppe besuchte die erste Europäische Sommeruniversität von Attac in Saarbrücken.

Wir stellen uns quer“
Unter diesem Motto war es in Köln gelungen, eine breite zivilgesellschaftliche Gegenwehr gegen den von der rechtsextremen Partei Pro Köln organisierten europäischen Antiislamisierungskongress, der sich u.a. gegen den Bau einer Moschee in Köln- Ehrenfeld richten sollte, zu organisieren. Über die Grenzen der Stadt hinaus fand die breite bürgerschaftliche Gegenbewegung in NRW und darüber hinaus Beachtung und Unterstützung.
Im Rahmen der Gesellschaftspolitischen Seminarreihe Linker Niederrhein, die von Attac mitgetragen wird, wurde am 5. September 2008 im Bezirksrathaus Ehrenfeld ein Informationsnachmittag organisiert, an dem der Bezirksbürgermeister Josef Wirges und weitere Experten über die Rolle von PRO Köln in der Stadtpolitik und auf der Landesebene in NRW Auskunft gaben. 
Attac beteiligte sich aber auch an der Demonstration und Kundgebung gegen die Aktion von PRO Köln am 20. September 2008, mit der der so genannte Antiislamisierungskongress schließlich sogar verhindert werden konnte.

Werner Rügemer über >Heuschrecken< im öffentlichen Raum
Am 9. Oktober 2008 kam Werner Rügemer auf Einladung von Attac und Anderer Buchladen nach Krefeld, um über sein neuestes Buch „>Heuschrecken< im öffentlichen Raum. Public Private Partnership – Anatomie eines globalen Finanzinstruments“  zu diskutieren. Zusätzliche Aktualität bekam die Veranstaltung durch die globale Finanzmarktkrise, die gerade Deutschland erreicht hatte. Seit Jahren gilt Rügemer als entschiedener Mahner vor den Gefahren solcher globaler Finanzinstrumente wie Cross Border Leasing und Public Private Partnership. Die Finanzkrise bestätigte einmal mehr die Berechtigung seiner Warnungen: „Privatisierung und PPP zerstören den öffentlichen Raum. Mit „öffentlicher Raum“ ist jedoch hier nicht nur das gemeint, was in der liberalen Szene der Kulturkritiker und Städteplaner seit Jahrzehnten damit bezeichnet wird. Sie sehen öffentliche Räume in Anlehnung an die griechische „Agora“ und das römische „Forum“ als Orte der Demokratie, ihre Inbesitznahme durch private Geschäftsleute wird von Richard Sennett, Jürgen Habermas und anderen als Krise der Demokratie beklagt. Doch neben dieser mit einfachem Auge sichtbaren geht eine weniger wahrgenommene, aber tiefergehende Inbesitznahme einher: Privatisierung und PPP machen die demokratischen Institutionen, die Parlamente sowie den Rechts- und Sozialstaat zur Farce.“

„Das Casino schließen! – Finanzmärkte kontrollieren –jetzt!“
Der Attac – Ratschlag, das höchste Entscheidungsgremium der globalisierungskritischen Bewegung, beschloss am 12. Oktober 2008 in Düsseldorf, in den kommenden Monaten in breiten Bündnissen massiv gegen den vorherrschenden Finanzmarktkapitalismus zu mobilisieren. In der Erklärung des Attac- Ratschlags heißt es:
„Die Zeit ist reif für einen Systemwechsel. Wir dürfen die Politik nicht damit davon kommen lassen, die Akteure des Finanzmarktkapitalismus in einen Zustand zu versetzen, das Spiel von neuem zu beginnen. Technische Reparaturen reichen nicht. Es ist Zeit für eine Wende. Die Menschen sind nicht länger bereit, den Irrsinn eines Systems zu ertragen, in dem steigender gesellschaftlicher Reichtum destruktive Krisen auslöst. Die Chance ist jetzt da, den Finanzmarktkapitalismus zu Grabe zu tragen!“
Attac fordert:
Ø Die Profiteure müssen zahlen!
Ø Die Banken entmachten und öffentlicher Kontrolle unterstellen!
Ø Finanzmärkte kontrollieren –ihre Macht brechen!
Ø Steueroasen schließen!
Ø Das Öffentliche den Finanzmärkten entziehen!
Ø Die Krise sozial bewältigen!
Der volle Wortlaut und mehr Informationen zum Thema im Internet unter
www.casino-schliessen.de
In Düsseldorf beim Ratschlag war attac Krefeld durch Ingeborg Krämer und Ute Rolf vertreten.

„Arm trotz Arbeit. Deutschland braucht den Mindestlohn.“
Der Mindestlohntruck des DGB machte auf seiner Tour durch Deutschland am 11. Oktober 2008 in Krefeld Station, um für einen Lohn zu werben, von dem die Menschen leben können. Bekanntlich kritisiert auch Attac die rasante Zunahme von Niedriglöhnen in Deutschland, das eines der wenigen Länder der EU ohne gesetzlichen Mindestlohn ist. Deshalb lag es nahe, der Bitte des DGB Krefeld zu folgen und die Runde mit Bundestagsabgeordneten und Kommunalpolitikern der fünf im Bundestag vertretenen Parteien zu moderieren. Rainer Girndt übernahm diese Aufgabe bei dem Rundtischgespräch auf dem Platz an der Dionysiuskirche.

„Armut und Ausgrenzung bekämpfen- (Aus)Bildungschancen für alle schaffen!“
Unter diesem Thema hatte am 20. November 2008 „Die Linke. Im Bundestag“ zu einem Diskussionsabend ins Solidaritätshaus der DIDF am Bleichpfad eingeladen. An der Diskussion auf dem Podium beteiligten sich zwei Bundestagsabgeordnete der Linken, drei Vertreter der Gewerkschaften aus Krefeld und NRW und ein Vertreter des Krefelder Arbeitslosenzentrums. Dass auch dieses Podium von Rainer Girndt moderiert wurde, bedeutet keine Abweichung von der Attac-Position parteipolitischer Unabhängigkeit, sondern ist allein durch das Thema der Diskussion und die Zusammensetzung des Podiums gerechtfertigt. Attac stellt – sofern das gewünscht wird- seine Expertise den interessierten demokratischen Parteien zur Verfügung, bindet sich damit aber an keine Partei.

Win- win statt lose-lose: Alle gewinnen, keiner verliert
Die europäischen Metallgewerkschaften demonstrierten am 2. Dezember 2008 in Brüssel für eine Lösung der Klimaschutzziele, „die sowohl gut für unsere Erde als auch für die europäische Produktion ist“.  Der Appell des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes richtete sich an die Abgeordneten des Europäischen Parlamentes und die nationalen Minister, die über die europäischen Klimaschutzziele und die Auktionierung der europäischen CO2- Emissionen nach 2012 im Dezember zu entscheiden hatten.
Auf Einladung der IG Metall Krefeld waren wir mit dabei.
v„Vorrang für die Arbeitnehmerrechte, keine Verlängerung der Arbeitszeit“
An der Großdemonstration des Europäischen Gewerkschaftsbundes in Straßburg am 16. Dezember 2008, dem Vorabend der Entscheidung des Europäischen Parlaments, beteiligte sich Attac Krefeld im Rahmen der Delegation der DGB- Region Düsseldorf/ Mittlerer Niederrhein. Insgesamt kamen aus ganz Europa über 15 000 organisierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, um gegen sozial rückschrittliche arbeitszeitpolitische Pläne der europäischen Regierungen, die deutsche Bundesregierung eingeschlossen, zu demonstrieren. Diese sehen u.a. eine Ausweitung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 65 Stunden und die Abschaffung der Bereitschaftszeiten als Arbeitszeit vor. John Monks, Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsbundes, erklärte auf der abschließenden Kundgebung in Straßburg: „Sechs Monate vor den Europäischen Wahlen ist es wichtig, allen europäischen Bürgerinnen und Bürgern zu beweisen, dass die EU kein freier Markt ist, der den großen Unternehmen und Banken Vorrang einräumt, sondern dass sie zuerst und vor allem auf die sozialen Sorgen der Europäer eingeht. Unsensibel wäre es deshalb, die Direktive aufzuweichen, die von absoluter Wichtigkeit für das soziale Europa ist.“   Mit großer Mehrheit sprach sich das Europäische Parlament gegen die Absicht der Regierungen aus und zwingt diese damit zurück an den Verhandlungstisch. Ganz offensichtlich waren die Abgeordneten von der Demonstration der europäischen Gewerkschaften und ihrer Sympathisanten so kurz vor dem Wahltermin beeindruckt. (Mehr zu den Demonstrationen von EMB und EGB unter www.splitter-und-balken.de/Autorenbeiträge - Rainer Girndt: Europäische Gewerkschaften gehen auf die Straße)

Und was sich sonst noch so tat im Laufe des Jahres
Wie in jedem Jahr seit Gründung der Regionalgruppe Krefeld feierte attac zusammen mit den Gewerkschaften am 1. Mai den internationalen Tag der Arbeit. Die Gruppe präsentierte sich wieder mit einem eigenen Informationsstand im Stadtgarten
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Attac Krefeld unterstützte die Unterschriftenaktion von Mehr Demokratie e.V. „Nein zum EU- Vertrag von Lissabon- Ein Europa für uns Menschen – demokratisch, friedlich, sozial und ökologisch“, die im ersten Quartal 2008 bundesweit lief.

Unsere Gruppe beteiligte sich auch an den Mahnwachen des Friedensbündnisses auf dem Neumarkt zum Hiroshimatag am 8. August 2008 und zum Antikriegstag am 1. September 2008, die den Afghanistan- Konflikt in den Mittelpunkt stellte.

Den „Zug der Erinnerung“, der im Februar im Hauptbahnhof Duisburg Station machte, besuchten wir. Die „rollende Ausstellung“ erinnerte an die Verstrickung der Deutschen Reichsbahn in die nationalsozialistischen Verbrechen. Die Initiatoren betonten aber zugleich, dass Erinnerung und Handeln zusammengehören und auf diese Weise Vergangenheit und Gegenwart verbunden werden sollen
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Attac hat Anfang des Jahres unter dem Motto „Power to the People“ eine bundesweite Kampagne zur Enteignung und Zerlegung der vier großen Energiekonzerne sowie zu deren Überführung in viele kleine, direkt-demokratisch kontrollierbare Einheiten gestartet. Anlässlich der Eon- Bilanzkonferenz am 6. März 2008 in Düsseldorf empfingen als Panzerknacker, Manager und Aktionäre verkleidete Attac- Aktive die geladenen Journalisten vor dem Konzernsitz und überreichten ihnen die „unveröffentlichten“ Teile des Eon- Geschäftsberichts , die unsoziale Preise, Etikettenschwindel mit angeblichem Ökostrom, Milliardenprofite durch geschenkte CO2-Zertifikate und das Festhalten an der Kohle-und Atomkraft enthielten. An dieser Aktion waren auch Mitglieder der Krefelder Gruppe von Attac beteiligt.
 
Auf Einladung des Katholischen Forums Krefeld- Viersen referierte Gert Volksmann (Attac Krefeld) am 24. September 2008 zum Thema „Globalisierung und Kultur“

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Anlässlich des 60. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember 2008 unterzeichnete Attac zusammen mit mehreren anderen Nichtregierungsorganisationen und sozialen Bewegungen eine Erklärung, die Menschenrechte als unbedingte Teilhaberechte und Globalisierung von unten für soziale sowie ökologische Gerechtigkeit und individuelle Freiheit einfordert: „Globalisierung von unten bedeutet durchzusetzen, dass alle Menschen ihr unbedingtes Recht auf Teilhabe am politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben der Gemeinschaft wahrnehmen können. Der soziale Kampf war in der Vergangenheit und ist auch in der Zukunft darauf auszurichten, die Voraussetzung für diese Teilhabemöglichkeiten zu schaffen, einschließlich der Gewährleistung von sozialer Sicherheit, frei gewählter Arbeit, Bildung und Gesundheit für alle. Die Wahrnehmung von Rechten darf nicht an Bedingungen geknüpft werden. Aufenthaltsrechtliche Bestimmungen dürfen nicht darauf ausgerichtet sein, Rechte in solch einem Maße einzuschränken, dass ein Leben in Würde unmöglich ist.

Globalisierung von unten bedeutet durchzusetzen, dass der ungeheure kulturelle und materielle Reichtum dieser Welt allen Menschen zur Verfügung steht und jeder Mensch in einer gesunden und unzerstörten Umwelt leben kann.“ (Mehr dazu unter
www.attac.de)
 
Ein bewegtes Jahr mit ökonomischen Turbulenzen und sozialen Krisen ließ die Attac- Gruppe mit einem gemütlichen Beisammensein im indischen Restaurant Namaste am 18. Dezember 2008 ausklingen – Eine Verschnaufpause vor einem sicher schwierigen Jahr 2009.


Wie geht es weiter -2009?

·Gleich im Januar wollen wir die Diskussion über die Auswirkungen der Finanzkrise wieder aufnehmen. Die staatliche Deregulierung der Finanzmärkte hat zu höheren Renditen in der Finanzökonomie bei gleichzeitig sinkenden Renditen in der Realökonomie geführt. Aber die Industrie hat den Spekulationskapitalismus selbst angeheizt und davon mit oft verheerenden Folgen für die Belegschaften der Unternehmen  profitiert. Attac und IG Metall Krefeld laden zu einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Autor des Buches „Ende der Party. Die Explosion im Finanzsektor und die Krise der Weltwirtschaft“, Lucas Zeise, ein: Donnerstag, 29. Januar 2009, 18.30 Uhr, Kleiner Saal, Fabrik Heeder, Krefeld, Virchowstr. 130. (Mehr dazu unter www.papyrossa.de und www.splitter-und-balken.de )

·Wir bereiten uns auf den Kapitalismuskongress von Attac vor, der vom 6.-8. März 2009 in der Technischen Universität Berlin stattfinden wird. Unter der Fragestellung „Kapitalismus am Ende?“ will der Kongress Menschen in die Diskussion einbeziehen, die von verschiedenen Auswirkungen betroffen sind, einzelne Aspekte des Kapitalismus kritisieren oder eine ganz andere Gesellschaft wollen. „Weil es derzeit nicht das eine Modell als Alternative zum Kapitalismus gibt, wollen wir gemeinsam über die verschiedenen theoretischen und praktischen Suchbewegungen nachdenken – offen, kritisch und überzeugt, dass niemand ein fertiges Programm in der Tasche hat.“ Folgende Themen sollen u.a. angesprochen werden: Armut und soziale Spaltung, Klimawandel und Krieg um die Ressourcen, Veränderung der gesellschaftlichen Kultur, Erosion der Demokratie und Vermarktung immer neuer Lebensbereiche. (Mehr dazu unter www.attac.de)

·Auf das Superwahljahr 2009 wird sich Attac Krefeld ebenfalls einstellen müssen. Das gilt sowohl für die Kommunalwahl in NRW wie für die Wahl des Europäischen Parlaments und die des Deutschen Bundestages. Aus der Überzeugung heraus, dass viele der gegenwärtigen Probleme sich nicht mehr allein auf nationaler Ebene werden lösen lassen, wird dem Prozess der Europäischen Einigung ein besonderes Gewicht beigemessen. Grundsätzlich begrüßt Attac die Europäische Einigung,  obwohl der neoliberale Wirtschaftskurs der EU zu kritisieren ist. Also fordern wir „Ein anderes Europa in einer anderen Welt“. Bereits im Frühjahr 2007 haben sich Attac-Organisationen aus 15 EU- Ländern und der Schweiz auf „Zehn Prinzipien für einen demokratischen EU- Vertrag“ verständigt (siehe: www.attac.de/uploads/media/10_Prinzipien_fuer_EU-Vertrag.pdf). Darin werden Transparenz, klare demokratische Spielregeln und Elemente direkter Demokratie in der Alltagspraxis der EU gefordert. Attac in Europa wendet sich gegen die Festlegung auf die neoliberale Wirtschaftsform und gegen das Steuer-, Sozial-, Lohn- und Umweltdumping in der Union.





Wir verabschieden uns von diesem Jahr der Finanzmarktkrise, die sich zunehmend zu einer Krise der Realökonomie entwickelt, mit einem herzlichen Dank an alle, die uns auf unterschiedlichste  Weise unterstützt und ermutigt haben. Dieser Dank  gilt  ganz besonders  allen Partnern, mit denen wir auf vertrauensvoller Basis kooperiert haben.

Wir machen weiter -der Devise getreu: Auch ein Jahr der Krise  kann mit einem optimistischen Ausblick enden!

Krefeld ,
31. Dezember 2008

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